28. November 2016 22:17

Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht.


Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Licht strahlt auf über denen, die im Land der Todesschatten wohnen. Du weckst den Jubel, machst die Freude groß! Jes. 9,1-2a

 

Advent und Weihnachten wird seit der Verfassung der Bibel immer wieder mit Licht und seinen Auswirkungen beschrieben. Ob das bei dem alttestamentlichen Propheten Jesaja war, der schon im 8. Jahrhundert vor Christus das Kommen eines Herrschers und Retters ankündigte, oder bei Jesus Christus selbst, der von sich sagte: Ich bin das Licht der Welt. Sein Kommen ist der Lichtstrahl aus der Herrlichkeit Gottes in die Situation des Volks Israel und der ganzen Welt.

Diese Beschreibung ist mehr als nur ein Vergleich oder ein Bild. Licht verändert alles in seiner Umgebung und bewirkt eine Vielzahl von Reaktionen:

Licht ist lebensnotwendig in der Natur, weil es dort die Energie liefert, mit der Pflanzen aus Kohlendioxyd und Wasser Sauerstoff herstellen können. Licht macht sowohl Orientierung in unserem Lebensraum möglich als auch die Schönheit der Schöpfung sichtbar, und das in einer Vielzahl brillanter Farben. Unser Körper benötigt ebenfalls Licht, mit allen Auswirkungen auf den inneren Menschen. Ohne Licht geht nichts. Wie gut, dass Gott die Sonne als Lichtträger für unsere Welt eingesetzt hat.

Gott beschreibt Sein Wesen als Licht (1. Joh. 1,5), als Wahrheit in seiner klarsten Form und als Reinheit, die keine zweifelhaften Motive kennt (ein kleiner Nebengedanke: es ist kein Zufall, dass Gottes Gegenspieler versucht, sich als Engel des Lichts zu präsentieren (2. Kor. 11,14). Mit dem Kommen von Jesus wird dies offensichtlich: das Licht der Welt (Joh. 1,1-9; 8,12) löst Reaktionen aus. So kommen zum einen falsche Gedanken, Motive und Sehnsüchte ans Licht. Auf der anderen Seite zieht das Licht der Liebe Gottes Menschen an, denen ihre dunkle Seite bewusst ist und die bei Jesus Christus Hoffnung und Heilung finden.

Mit Jesus im Herzen werden wir zu Lichtträgern in unserer Welt (Matth. 5,14). Und Gott gebraucht uns

  • als Spiegel, der Seine Gnade bis in die entlegensten Orte unserer Welt reflektiert,
  • als Prisma, dass Sein Wesen in seinem ganzen Spektrum auffächert und
  • als Lupe, durch die andere Menschen lesen, wie Gott retten, verändern und heilen kann.

An und durch uns Christen wird sichtbar, wie Er – das Licht der Welt – ist: Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt; das wird der künftige Herrscher sein. Gott hat ihm seinen Namen gegeben: wunderbarer Berater, kraftvoller Gott, Vater der Ewigkeit, Friedensfürst. Seine Macht reicht weit, und sein Frieden hört nicht auf. Er regiert sein Reich auf Davids Thron, seine Herrschaft hat für immer Bestand, denn er stützt sie durch Recht und Gerechtigkeit.

Ein echter Glanz der Herrlichkeit kommt in unser Leben, wenn wir neu mit den Hirten staunen, den Weisen anbeten, den Engeln singen und Gott danken, dass Er in unsere Nacht als Retter gekommen ist. Machen wir doch diesen Liedvers zu unserem Gebet in den Wochen von Advent und Weihnachten und im neuen Jahr:

„Strahle durch mich, oh Herr.

Alle sollen seh´n,

dass, wo Du bist, kein Dunkel ist.

Strahle durch mich, oh Herr, Dein Licht!“

 

Andreas Wenzel