22. März 2017 23:36

Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußtapfen triefen von Segen.


Ja, ist denn schon wieder Erntedank? Das mag sich der ein oder andere fragen, wenn er diesen Vers aus Psalm 65 liest. Eigentlich leben wir im April eher auf Ostern und auf den Frühling hin und denken nicht schon an Erntezeit.

Viele von uns lieben die unterschiedlichen Jahreszeiten. Frühling, Sommer, Herbst und Winter.  Gottes Natur wächst in diesen Abläufen, gedeiht, reift und kommt zu einem krönenden Abschluss in der Ernte. Der Schöpfer liebt es, seine Schöpfung blühen und gedeihen zu sehen. Wenn wir uns jetzt vielleicht schon nach schönen Frühlingsgefühlen sehnen, dann ist das ein kleines Abbild für die große Sehnsucht des Vaters seine Werke gereift, vollendet zu sehen. Er geht wie ein Bauer über seinen Grund, schreitet ihn ab und sieht sich an, was gewachsen ist. Der Vater bereitet die Werke vor, in die er uns führen will. Wir können seine Fußtapfen suchen, darin gehen und so seinem Segen folgen.

Auch geistliches Leben oder Mitarbeit in der Gemeinde geschieht in wiederkehrenden, von Gott geordneten Abläufen, in Zyklen. Da ist mein Tagesablauf, in dem ich Gott einen Platz, eine Zeit einräume, die Woche mit ihren Treffen wie Gottesdienst oder Kleingruppentreffen, die wöchentlichen oder monatlichen Mitarbeitertreffen, Feiertage im Laufe eines Jahres oder auch längere Zeitabschnitte wie der Bau eines Gemeindehauses oder die Berufung eines Pastors. In all dem geht es immer wieder darum, Gottes Wort aufzunehmen, zu verdauen, weiterzusagen, mit dem eigenen Leben Jesus praktisch zu verkündigen, Gutes reifen zu lassen, Menschen zu Jesus zu führen, Bereiche in der Gemeinde aufzubauen und zu fördern. „Dein Reich komme- wie im Himmel so auf Erden.“

Glauben an einen großen und großzügigen Gott zu haben, dazu ermutigt der Psalm 65 mit seiner Betonung von Gottes Überfluss und seinem Wunsch zu segnen und zu erfüllen.

Nach Zeiten der Entbehrung und des Mangels wieder Gottes Fülle und Reichtum zu sehen, ist Gnade und Freude zugleich. Wenn David singt, dass Gottes Fußtapfen triefen, dann weist er darauf hin, dass bei Gott mehr Segen ist, als wir fassen können. Tatsächlich, Gott ist ein Gott des Überflusses.

Das dies nicht bedeutet, dass alle immer nur Schönes erfahren, sondern manchmal über eine unbegreiflich lange Zeit in Not und Schmerz leben, zeigen ein wenig die ersten Verse des Psalms. Unabhängig von unserer Lebenssituation kommt es in erster Linie auf Gottes Nähe, Vergebung und wo nötig auch Trost an.

Und doch sehe ich für uns als Gemeinde einen großen Zuspruch in dem Vers 12:

Gottes Fülle will sich auch für unsere Gemeindesituation zeigen. Gott will zu einem guten Abschluss bringen, will die Zeitabschnitte seines Wirkens auch „krönen“, vollenden.

So wie Eltern die Sehnsucht kennen, zu sehen, wie ihre Kinder fähig werden, ein sinnvolles Leben unter Gottes Leitung zu führen, so können wir uns als Gemeinde ebenfalls einstellen:

Einfach sehen wollen, wie geistliches Leben sich entfaltet und Gottes Reich sich unter uns und mit uns verwirklicht.

Weil Jesus auferstanden ist, haben wir allen Grund zur Hoffnung. ER lebt und wirkt unter uns.

Ich bin zuversichtlich, dass 2017 für uns als Gemeinde ein Jahr der Ernte sein darf und wird.

 

Götz Winkler