20. September 2017 23:12
Kategorie: Andacht

Früchte für unseren Leib und unseren Geist


Liebe Geschwister,
liebe Freunde der Gemeinde.


Wer schon einmal bei einer Ernte, die über den Gemüsegarten hinausgeht, geholfen
bzw. selbst geerntet hat, weiß, dass da viel Mühe und Arbeit dahintersteckt.
Nicht nur die Ernte selbst ist schwere Arbeit, sondern auch alles, was zuvor geschehen
ist: das Vorbereiten, das Säen, das Pflegen und schließlich auch das Ernten. Speziell die
Ernte ist aber etwas ganz Besonderes, denn hier wird der Prozess abgeschlossen. Dann
kommen viele Helfer zusammen, um die Ernte einzufahren. Oft müssen die Bauern zu
günstigen Wetterlagen Tag und Nacht ernten, um keine Verluste in Kauf zu nehmen. Und
dann ist es geschafft: die Scheune, der Keller, die Kisten sind voll von Früchten des
Feldes und der Bäume. Der Lohn für die Arbeit wurde eingebracht.

Vielleicht haben ja manche von uns noch so eine enge Beziehung zur Landwirtschaft und den beschriebenen Vorgängen und Arbeiten - vermutlich ist das aber eher der kleinere Teil. Und doch ernähren wir uns alle von Gottes Schöpfung und von dem Kreislauf, den Gott in seine Welt hineingelegt hat: zuerst vorbereiten, dann säen und pflegen und dann erst ernten. Gott will uns an
diesen Kreislauf erinnern, wenn die „normale“ Erntezeit im Herbst vorbei ist. Mit allen
Festen, die Gott eingesetzt hat, ist es auch beim Erntedankfest eine Erinnerung an IHN,
an GOTT, der der Schöpfer ist und der Geber all dieser guten Gaben. Wir sollen daran
erinnert werden und wir können dafür dankbar sein oder werden.

Ähnlich verhält es sich mit einer anderen Frucht: Die Frucht aber des Geistes ist
Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all
dies steht kein Gesetz. Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt
samt den Leidenschaften und Begierden. Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im
Geist wandeln. Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und
beneiden. (Galater 5,16-26)

Auch bei diesen Früchten gelten die gleichen Gesetzmäßigkeiten: Vorbereitung,
Saat und Pflege sind notwendige, um die Früchte zu genießen. Gott sagt, wir sollen im
Geist wandeln, wir sollen uns nach dem Heiligen Geist ausstrecken und ihm Raum in
unserem Herzen und Leben geben. Gott hat unser Herz vorbereitet und seinen Geist in
uns gesät, nun ist es an uns zu pflegen, damit der Heilige Geist die Früchte in uns
wachsen lassen kann: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut,
Keuschheit. Die Pflege und das Wandeln im Heiligen Geist ist eine lebenslange
Aufgabe für uns als Christen. Die Früchte können - im Gegensatz zu den Feldfrüchten -
nicht geerntet werden, sondern können sich in unserem Leben und unseren Beziehungen
immer mehr entfalten und immer stärker werden. Die Früchte dienen - genau wie
die Feldfrüchte - anderen Menschen zur Erbauung, Stärkung und Freude und wir Menschen
sollen sie genießen und uns daran erinnern, dass Gott der Schöpfer ist und der
Geber all dieser guten Gaben.

Danket dem HERRN,
denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.

(1.Chr 16,34)

Stefan Hieß