01. Juli 2017 20:34
Kategorie: Andacht

Happy Birthday!


Wieder ein Jahr älter, das werden wir doch alle.

Wenn man noch jünger ist, wartet man so sehnsüchtig darauf endlich erwachsen zu sein. Je älter man aber wird, umso schneller vergehen die Jahre. Oder kommt es einem nur so vor?

Ist es bei der Gemeinde eigentlich auch so?

Vor kurzem haben wir erst Weihnachten gefeiert. Unerwartet kamen dann die Osterfeiertage und nun ist schon wieder Pfingsten. Na gut, vielleicht ist es bei Dir etwas anders gewesen und Du hast immer auf diese Tage gewartet. J

Fakt ist, dass wieder ein Jahr vorbei ist und wir feiern Geburtstag. Ich denke, so kann den Tag schon nennen, an dem die Gemeinde geboren wurde. Fünfzig Tage nach dem Passafest.

Ein Tag, den sich die Jünger sicher nicht so vorgestellt hatten. Die Stimmung ist nur wage zu erahnen: es sind noch keine zwei Monate vergangen, als ihr Lehrer ans Kreuz genagelt wurde und starb. Drei Tage nach dem Tod dann die erstaunliche Nachricht, dass er auferstanden ist. Und als die Hoffnung stärker wurde, dass alles wieder „normal“ wird, ist Er in den Himmel aufgefahren. Und die Jünger? Die sollen warten, sagte Jesus. Warten? Worauf?

Warten ist etwas, das mir persönlich sehr schwer fällt. Aber manchmal gibt es wohl keine andere Möglichkeit.

Die Jünger haben also zusammen gewartet. Und plötzlich! Das heißt unerwartet (obwohl sie darauf gewartet haben), wurde es sehr laut. Das ist sehr interessant, denn normalerweise sprechen wir vom Heiligen Geist, dass Er leise wie ein leichtes „Sausen“ ist. Aber es war so laut, dass die ganze Nachbarschaft zusammengelaufen war.

Jeder wollte wissen, was los war, auch die Menschen, die aus andern Ländern in Jerusalem waren.

Was sie alle sahen, war einfach erstaunlich. Die Jünger Jesu, predigten zu ihnen in verschiedenen Sprachen, so dass jeder - egal aus welchem Land - das Evangelium in seiner Sprache verstehen konnte. Manche machten sich darüber lustig, aber etwa dreitausend Menschen nahmen diese Botschaft in ihr Herz auf.

So fing es mit der Gemeinde Jesu an. An diesem Tag ist Seine Gemeinde geboren.

 

Damals wie heute wird solch eine Geburt ‚geistliche Geburt‘ genannt.

Es war der Tag, an dem der Heilige Geist auf die Jünger herabkam und sie mit der Kraft erfüllte, seine Zeugen zu werden. Zu den Zuhörern sagte Petrus: „Kehrt um zu Gott! Jeder von euch soll sich auf den Namen von Jesus Christus taufen lassen! Dann wird euch Gott eure Sünden vergeben, und ihr werdet den Heiligen Geist empfangen.“

Es ist unmöglich, ohne den Heiligen Geist Christ zu werden. Denn sonst können wir weder die Sünde erkennen, noch von neuem geboren werden.

 

Paulus schreibt an die Römer in Kapitel 8: „Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder - Söhne und Töchter Gottes.“

 

Du bist Tochter des Königs! Sohn des Königs!

Und in ihm rufen wir: Abba, Vater!

Das Wort Abba ist ein interessantes Wort. Die Übersetzer der Bibel versuchten gar nicht erst dieses aramäische Wort zu übersetzen, einfach weil es in unserer Sprache nicht wirklich wiedergegeben werden kann. Dieser Begriff entspricht der Anrede eines Vaters durch sein Kind, und zwar nicht nur während der Kindheit, sondern das ganze Leben hindurch. Es bedeutet so etwas wie Papa, aber es hat nicht die kindliche Bedeutung, die in unserer Kultur damit verbunden wird. Es drückt vielmehr eine sehr enge, vertraute Beziehung aus.

Das Wort ‚Abba‘ ist eines der bedeutsamsten Worte im Neuen Testament.

Im Alten Testament hingegen wird Gott an keiner Stelle mit Abba bezeichnet. Jesus gebrauchte diesen Begriff jedoch, um seine Beziehung zu Gott auszudrücken. Er sagt uns gewissermaßen: „Ihr könnt die gleiche Beziehung zu Gott haben. Er kann euer Vater sein, und ihr könnt ihn mit Abba anreden.“

 

Wenn der Geist Gottes also in uns wohnt, werden wir zuallererst zu Kindern Gottes.

 

Als Zweites hilft uns der Geist, diese Beziehung zu vertiefen. Und Beziehungen wachsen durch Gespräche. Gottes Geist hilft uns zu beten, zu Gott zu sprechen.

Epheser 2,18: „Durch ihn – Jesus Christus – haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.“

 

Der Geist gibt uns Zugang zum Vater, wenn wir beten. In Römer 8,26 schreibt Paulus: „So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können.

Er hilft uns also in unserer Beziehung, beim Beten und auch dabei, Gottes Wort zu verstehen.

 

Drittens bewirkt der Heilige Geist eine Familienähnlichkeit.

Es liegt auf der Hand, dass Kinder in vielen Fällen ihren Eltern ähnlich sehen - und zwar häufig beiden Elternteilen -, obwohl Vater und Mutter ganz unterschiedlich aussehen. Nicht nur unser Äußeres auch unser Charakter ist ihnen oftmals ähnlich, dadurch dass wir viel Zeit miteinander verbringen.

Wenn der Heilige Geist in uns wohnt, bringt Er diese Familienähnlichkeit mit.

Die Frucht des Geistes, von der im Galaterbrief gesprochen wird, zeigt uns, wie Gott ist und wie Er uns machen will.

 

Der vierte Punkt, den der Heilige Geist bewirkt, ist die Einheit.

Der Geist will, dass wir miteinander vereint sind. Wir sollen ein Beispiel in einer zersplitterten Welt geben. Jesus betete für die Einheit der Gemeinde. Verblüffender Weise besteht diese Einheit, weil wir Söhne und Töchter Gottes sind. Demnach sind wir Brüder und Schwestern. Wir alle haben eine Beziehung zu Jesus Christus, und wir alle haben den Heiligen Geist in uns, als Christen.

 

Das bringt mich zur fünften Auswirkung des Heiligen Geistes: Er gibt allen Kindern Gottes Gaben.

Die Gemeinde sollte keine Ein-Mann-Show sein.

Jeder soll einbezogen werden, denn Gott hat allen seinen Kindern Gaben gegeben.

 

Sechstens: Die Familie Gottes, in die wir hineingeboren werden, ist eine wachsende Familie.

Ich weiß, dass dies manchen Menschen Angst macht. Sie fürchten sich davor, über ihren Glauben und über Jesus sprechen zu müssen.

Ich hörte von einem jungen Mann, dem es so ging. Der Grund, warum er kein Christ wurde, war, dass er vor Angst davor erstarrte, es anderen Menschen erzählen zu müssen. Dieser Schrecken hielt ihn wirklich davon ab Christ zu werden. Er besuchte dann einmal einen älteren, weisen Christen und der sagte ihm: „Schau, in deinem Fall hat Gott eine Ausnahme gemacht. Du musst es überhaupt keinem erzählen. Es kann eine ganz private Angelegenheit zwischen dir und Gott sein.“ Der junge Mann war erleichtert. Er lief nach Hause, ging in sein Schlafzimmer, kniete sich vor seinem Bett nieder und betete und gab sein Leben Jesus. Im gleichen Moment kam der Heilige Geist auf ihn, erfüllte ihn, durchströmte sein ganzes Wesen und eine übermächtige Freude breitete sich in ihm aus. Er rannte nach unten, wo seine Familie und fünf seiner Freunde in der Küche zusammen saßen. Atemlos vor Aufregung rief er: „Stellt euch vor - man kann Christ werden und muss es niemanden erzählen!“

Wenn wir von Gottes Geist erfüllt sind, ist es keine Anstrengung, anderen von Christus zu erzählen – es ist ein Überfließen. Wir sehnen uns danach, weil es so eine wundervolle Botschaft ist.

So beginnt die Gemeinde zu wachsen.

 

In diesem Sinne: Happy Birthday, liebe Gemeinde! Gott wird Dich größer und schöner gestalten.

 

Heinrich Fast