23. November 2017 22:48
Kategorie: Andacht

Lebendiges Wasser


Liebe Geschwister,

Jesus, der Messias, wurde gemäß Mt 2,1 in Bethlehem geboren. So erfüllte sich die uralte Prophetie des Propheten Micha über einen kommenden Herrscher. Von Micha können wir daher Einiges über Jesus lernen. In Micha 5,1.3 heißt es: „Und du, Bethlehem Efrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her… 3 Und er wird auftreten und seine Herde weiden in der Kraft des HERRN, in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden in Sicherheit wohnen. Denn jetzt wird er groß sein bis an die Enden der Erde.“

In Micha 5,1 spricht Gott Bethlehem direkt an. Aus Bethlehem soll der Herrscher über Israel kommen. Doch warum ausgerechnet aus Bethlehem? Warum nicht aus der Hauptstadt Jerusalem, wo die einflussreichen, angesehenen und mächtigen Leute waren? Die einfachste Antwort ist: Weil der König David aus Bethlehem stammte; der künftige Herrscher sollte David auch hinsichtlich seines Geburtsortes entsprechen. Das bringt uns auf eine wichtige Spur – die Erwählung Davids zum König Israels. In 1Sam 16 wird uns darüber berichtet. Gemäß 1Sam 16,1 wird der Prophet Samuel von Gott zum Bethlehemiter Isai gesandt mit dem Auftrag, einen seiner Söhne zum König zu salben. Entgegen menschlicher Maßstäbe erwählt Gott nicht die Großen und Starken, sondern den Kleinsten: David, der die Schafe hütete. Der Erwählung des Kleinsten entspricht, was Micha über Bethlehem sagt, nämlich dass die Stadt oder das Dorf „klein“ ist. Klein und daher unbedeutend. Und gerade deshalb kommt der künftige Herrscher aus Bethlehem hervor. Denn so kommt zum Ausdruck, dass der Messias nicht auf die eigene Größe und Stärke baut, die einen Menschen stolz und arrogant macht. Er dient nicht sich selbst und seinen Interessen. Er sucht nicht seine Ehre. Stattdessen wird er „mir“, so sagt Gott, „hervorgehen“ (V.1). Das heißt, dass er ganz auf Gott ausgerichtet sein wird; er wird wahrhaft ein Mann nach dem Herzen Gottes sein. Darum wird Gott ihn zum Herrscher über Israel machen.

Gemäß V.3 wird der Herrscher Israels seine unerschütterliche Herrschaft in der Weise ausführen, dass er seine Herde, das Volk Gottes, wie ein Hirte weiden wird so wie einst David (2Sam 5,2; 7,7). Ein Hirte weidet seine Herde, indem er sie führt, verteidigt und sich um sie kümmert. So sollte auch der künftige Herrscher als der gute Hirte sein Volk als Anführer leiten, sie vor den Feinden verteidigen und sich um ihr Wohlergehen kümmern. Der Prophet Micha sagt, dass der künftige Herrscher all das tun wird in der Kraft des HERRN, in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. Er wird demgemäß in völliger Abhängigkeit von und im Vertrauen auf die Kraft Gottes herrschen. Außerdem wird er nicht in seinem eigenen Namen und seiner eigenen Autorität auftreten, sondern er bezieht seine Autorität von Gott selbst. Sie ist damit eine unvergleichliche Autorität. Beides, seine Kraft und seine Autorität, haben unmittelbar damit zu tun, dass Gott „sein Gott“ ist, dass er mithin in enger Beziehung zu Gott steht. Das wird gemäß V.3 zur Folge haben, dass sein Volk in Sicherheit wohnen wird. Diese Sicherheit liegt darin begründet, dass alle Feinde des Messias und seines Volkes unterworfen sein werden, sodass die messianische Herrschaft die ganze Erde umfasst.

Es dürfte nicht schwerfallen, in dieser Beschreibung des künftigen Herrschers Israels Jesus, den Messias und unseren Retter wiederzuerkennen, der von Gott gesandt wurde und in Gottes Autorität kam, sich selbst im Gehorsam Gott gegenüber erniedrigte, in einer Futterkrippe im unbedeutenden Bethlehem geboren wurde, von den mächtigen und einflussreichen Leuten verworfen und am Kreuz hingerichtet wurde, den Gott jedoch zum Herrscher über alles eingesetzt hat, der der gute Hirte ist, der uns, seine Schafe ins ewige Leben führt, sie vor dem Bösen beschützt und sich um sie kümmert, der Sünde, Tod und Teufel besiegt hat und durch den Gott seine Gnadenherrschaft auf der Erde aufrichtet. Lassen wir uns von dem alten Propheten Micha neu bewusstmachen, wessen Ankunft wir dankbar feiern und hoffnungsvoll erwarten.

Euer Pastor Eduard Käfer