08. Juli 2014 17:25
Kategorie: Andacht
Von: Günther Buchetmann

Tränen verwandeln sich in Freude


Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden (Joh 16,20)

Es ist das letzte Abendessen von Jesus mit seinen Jüngern. Er wäscht den Jüngern die Füße, gibt ihnen das neue Gebot (liebt euch gegenseitig genau so stark, wie ich euch geliebt habe). Er erinnert sie: Niemand kommt zum Vater außer wenn er an mich glaubt. Ich bin der Weinstock. Bleibt an mir dran – auch dann, wenn harte Zeiten kommen. Und die werden kommen. Man wird euch verfolgen, weil ihr zu mir gehört. Man wird euch hassen, verachten, sogar töten. Das sind ja tolle Aussichten. Und dann: Ich gehe jetzt zu meinem Vater. Ich kann das verstehen, dass die Jünger traurig waren. Vielleicht waren sie sogar verzweifelt, konfus, durcheinander. Bestimmt sogar. Wie soll es dann weiter gehen? Wie soll das Königreich Gottes weiter gebaut werden – ohne König? Jesus, das ist zu hart. Wir haben doch alles für dich aufgegeben. Hast du uns in eine Falle gelockt? Jesus du bist doch noch nicht fertig. Wo ist das Reich, von dem du geredet hast? Um ehrlich zu sein: Jesus, das hört sich nicht nach einem guten Plan an. Und es fühlt sich noch viel schlechter an. Aber Jesus ist anderer Meinung. Er sagt den Jüngern: Es ist gut für euch, es ist von Vorteil für euch, wenn ich weggehe (Johannes-Evangelium 16,7). Warum? Weil sonst der Tröster, das ist der HlgGeist, nicht kommen kann. Und den braucht ihr! Das hat mehr Vorteile, als wenn ich bei euch bleibe. Der HlgGeist kann nicht nur BEI jedem Jünger sein, immer und zu jeder Zeit. Er wird sogar IN ihnen wohnen. Das ist der entscheidende Vorteil, sagt Jesus: Der lebendige Gott nimmt Wohnung in allen, die an mich, an Jesus glauben. Darum ist es gut, wenn ich weggehe.

Und Jesus sagt den Jüngern noch weitere wichtige, aber sehr herausfordernde  Dinge. Er bereitet sie vor auf sein gewaltsames Lebensende. Auf den Schrecken, wenn er nicht mehr da ist. Er denkt an ihre Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit, in die sie nach seiner Hinrichtung fallen werden: „Ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit (über mein Weggehen) soll in Freude verwandelt werden.“ Was soll das nun wieder bedeuten? 

In den Evangelien lesen wir, wie durcheinander die Kreuzigung von Jesus die Jünger gemacht hat -trotz der Vorbereitung. Die meisten sind bei der Verhaftung von Jesus abgehauen und haben sich verkrochen. Petrus hat heftig abgestritten, dass er mit Jesus irgend etwas zu tun hat. Nur Johannes stand unterm Kreuz. Und hinterher: Tausend Fragen. Keine Antworten. Depression. Schmerz. Tränen.

Doch nach drei Tagen erleben die Jünger, wie die Zusage ihres Meisters wahr wird. Am dritten Tag wird Jesus von Gott, von seinem Vater, aus dem Tod auferweckt. Jesus erscheint seinen Jüngern in einem neuen Leib. Sie sind erst total verstört, aber langsam beginnen sie zu verstehen: Unser Herr, Jesus, ist nicht tot. Er lebt! Er lebt! Halleluja! Gott hat Jesus nicht endgültig verlassen. Er hat mit Tod und Auferstehung von Jesus das Tor zu etwas völlig Neuem aufgestoßen. Mit der Auferweckung von Jesus hat die neue Schöpfung angefangen. Und Gott hat sich zu allem gestellt, was Jesus je gesagt und getan hat. Besonders zum Tod am Kreuz, zur Vergebung der Sünden der Menschen. 

Jesus hat durch seinen Tod den ewigen Tod besiegt! Das bedeutet: Alle, die durch den Glauben mit Jesus verbunden sind, haben an diesem Sieg Anteil. Unser Tod ist also, wie der Tod von Jesus, der Durchgang zum ewigen Leben. Die Freude der Jünger von der Jesus vor seinem Tod geredet hat, ist die Freude darüber, dass der Tod besiegt ist. Ist Osterfreude. Die Freude, dass mit der Auferweckung von Jesus  Gott sagt: Ich garantiere, dass jeder, der an Jesus glaubt, mit Ihm in alle Ewigkeit leben wird.

Der auferstandene Jesus ist der Weg zum Leben geworden. 

Das ist unser Grund zur Freude. Eine Freude, die gerade darum so besonders und groß ist, weil sie „verwandelte Traurigkeit“ ist.

Wir loben und beten unseren himmlischen Vater darüber von Herzen an, dass er das Leiden und den Tod von Jesus ins Gegenteil verwandelt hat: In ewiges Leben. Dadurch können auch unsere Traurigkeiten -schon jetzt- in Freude verwandelt werden. 

Wie du das erleben kannst? Indem du immer wieder auf das schaust und dir ins Bewusstsein holst, was Jesus für dich getan hat. Schaue auf seine Gnade! Nimm dir jeden Tag ein paar Minuten Zeit dafür. Das verändert unser Herz. Das tröstet dich im Leid. Das hält die Hoffnung auf die ewige Herrlichkeit wach, in der unmittelbaren Nähe von Jesus zu leben -für immer!!  

Günther Buchetmann                                                                                             Pastor