21. November 2016 21:54

Wenn ich Gott liebe, dann dient mir ALLES zum BESTEN.


Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.

Römer 8, 28; nach Luther 1984

Liebe Geschwister,

liebe Freunde der Gemeinde.

 

Das ist doch echt eine tolle Verheißung! Wenn ich Gott liebe, dann dient mir ALLES zum BESTEN. Wow! 

Super! Die Voraussetzung “die Gott lieben” trifft doch auf mich und auf dich zu, oder?

 

Also dienen mir alle Dinge zum Besten. Dann läuft Alles. Keine Probleme, keine Schwierigkeiten, immer nur das Beste für mich.

 

Die Realität sieht leider manchmal ganz anders aus. Es gibt Situationen und Dinge, die frustrieren und runterziehen, von denen man leider erst einmal nicht sagen könnte, dass sie zum Besten dienen würden.

Was bedeutet es also wenn mir etwas zum "Besten" dient? Was empfindet Jesus als gut für den Menschen allgemein und für mich im Speziellen?

 

Aus eigener langjährigen Erfahrungen weiß ich, dass GUT eben nicht bedeutet, dass ich immer ein ruhiges Leben mit Reichtum und Ansehen hätte. Also weiß ich, dass wenn ich Jesus nachfolge nicht alles perfekt für mich ist! Hier schreibt Paulus aber, dass mir alles zum Besten dient.

Also was meint Paulus bzw. Gott hier nun, wenn er mir das Beste in allen Dingen verheißt?

 

Um diese biblische Aussage bzw. Verheißung zu verstehen, hilft es zum Beispiel Hiob näher zu betrachten:

 

Hiob war ein Mann im AT von dem gesagt wird, dass er Ehrfurcht vor Gott hatte. Außerdem ging es ihm sehr gut. Er war reich, hatte eine große Familie und war ein sehr angesehener Mann. Man könnte sagen, dass man das Gute (das Beste) in Hiobs Leben relativ einfach erkennen kann. (Hiob 29 ist sehr interessant zu lesen wie Hiob lebte).

 

Dann wird uns weiter berichtet, dass Satan zu Gott kommt, um Hiob zu versuchen. Satan unterstellt Hiob, dass sein Gottvertrauen allein auf seinem reibungslosen Leben basiert. Gott jedoch ist von Hiob überzeugt. Hiob verliert alles was er hat. Seine komplette Familie, all sein Reichtum, seine Gesundheit, sein Ansehen, seine Freunde, einfach alles, allein sein eigenes Leben bleibt Hiob.

 

Jetzt wird es für uns schon sehr schwierig zu erkennen, wo das Gute dabei sein soll.

 

Warum bin ich nicht bei der Geburt gestorben, als ich aus dem Leib meiner Mutter kam?” (Hiob 3,11)

Hiob verflucht sein Leben, er zweifelt an Gott. Hiob fühlt sich ungerecht behandelt und klagt Gott an, er ist verzweifelt, erschüttert und völlig am Ende und möchte sterben. Er streitet mit Gott, was sehr verständlich und auch sympathisch ist. Hiob hat wirklich ALLES verloren. Also ist es völlig in Ordnung, wenn Hiob sauer und verstört ist. (Hiob 30)

Die Erzählung ist glücklicherweise an dieser Stelle noch nicht vorbei, denn als das Beste, läßt sich diese Situation nun wirklich nicht bezeichnen.

 

Hiob sucht Gott in all seinem Leid.

Wenn ich doch wüsste, wo ich ihn finden könnte und wie ich zu seinem Thron gelange!” (Hiob 23,3)

Aber Gott allein ist der Herr. Was er sich vornimmt, das tut er auch, und niemand bringt ihn davon ab.” (Hiob 23,13)

Hiobs Gedanken drehen sich nur um Gott und um seine Beziehung zu Gott. Er versteht das Alles nicht, fragt aber Gott nach Antworten. Er will seinen Fall vor Gott vortragen und sehnt sich danach das Alles zu verstehen - kurz: er sucht Gott.

Und endlich antwortet Gott. Gott zeigt ihm Seine Allmacht und Größe. Hiob bleibt nichts anderes übrig, als Gott als seinen Herren anzuerkennen und neu zu entdecken.

Hiob bekommt durch diese besondere Begegnung mit Gott eine neue Sicht für Gott. Hiob geht dadurch eine neue tiefere Beziehung mit Gott ein.

 

Hier zeigt sich nun das Gute bzw. das Beste für Hiob. Menschlich, oberflächlich gesehen, hat sich rein gar nichts an Hiobs Situation geändert. Sein Umfeld hat sicher immer noch über ihn gelacht und über seinen Gott gespottet, wie schwach er doch ist, weil er seinem Knecht nicht helfen kann. Hiob hat auch immer noch die gleichen Probleme.

 

Auf geistlicher Ebene könnte die Erzählung an dieser Stelle zu Ende sein, denn Hiob hat Gott neu gefunden. Aber Gott kennt und sieht auch unser Herz und unsere menschlichen Bedürfnisse und sorgt für uns. Gott segnet Hiob und gibt ihm das Doppelte an Familie, Besitz und Reichtum.

 

Für uns kann seine Geschichte zur echten Ermutigung werden. Gott möchte uns in jeder Situation zur Seite stehen und uns in eine tiefere Beziehung zu ihm bringen. Auch wenn es manchmal nicht so aussieht: In Hiobs Geschichte behält Gott immer die Kontrolle, auch wenn er viele Dinge zulässt.

Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt. (Römer 8, 28; Übersetzung Neues Leben)

 

Stefan Hieß