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Jahreslosung 1930 - 2010

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Es ist schon eine Weile her. Per email habe ich zum Gemeinde-Gebetsabend eingeladen. Damals hatte die Gemeinde einen Gebetsabend im Monat. Jemand antwortete mir: „Warum soll ich in die Gemeinde zum Gebetsabend kommen, ich kann doch auch zu Hause beten?“ Ich antwortete in etwa folgendes: Das gemeinschaftliche Gebet ist so wichtig, weil Jesus dafür Seinen besonderen Segen verheißt. Im Matthäus-Evangelium 18,19 steht: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Diese Verheißung, dieses Versprechen, bezieht sich besonders auf das gemeinsame Gebet (vgl. den vorhergehenden Vers), aber nicht nur.
Warum verspricht Jesus Seinen besonderen Segen, wenn Menschen, die Seine Jünger sind, zusammen kommen? Warum legt Jesus soviel Wert darauf, dass wir´s „gemeinsam tun“? Singen, Loben, Danken, Beten, Abendmahl feiern, auf Sein Wort hören, Feiern?

Es würde ja wirklich manches erleichtern, wenn jeder im stillen Kämmerchen, „sein Ding“ machen würde: seinen eigenen Gottesdienst, seine Gebetsstunde usw. Es würde keine Missverständnisse und keine Konflikte wegen unterschiedlicher Frömmigkeitsstile etc. mehr geben. Wären das nicht fast himmlische Zustände?
Um es klar zu kriegen: Jesus sagt nicht, dass wir NUR zusammen beten etc. könnten. Jeder Christ wird Zeit darauf verwenden, seine persönliche Beziehung zum Vater im Himmel in besonderer Weise zu pflegen. Aber dann braucht es auch das andere noch. Das Gemeinsame. Das Leben in der Gemeinschaft.
Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern und auch das gemeinsame Gebet zählen zu den Grundwerten der christlichen Gemeinde. Gemeinschaft ist eine der tragenden Säulen der Gemeinde von Jesus Christus. Es ist volle Absicht, wenn Jesus die Gemeinde so ausrichtet, dass wir aufeinander angewiesen sind. Paulus entwickelt aufgrund der unterschiedlichen Gabenspektren, die jeder Christ geschenkt bekommt, das Bild vom „Leib“ Christi.

In unserer sich zunehmend individualistisch und pluralistisch entwickelnden Welt fällt es immer schwerer, sich ganz auf andere einzulassen. Internetforen wie „facebook“ haben eine Menge Chancen, suggerieren aber auch, dass man um so bedeutender und beliebter ist, je mehr Kontakte man aufweisen kann. Natürlich ist niemand fähig mit 150 Leuten enge Beziehungen zu leben und so verflachen Beziehungen fast zwangsläufig.
Für das „Netzwerk der Christen“ ist der gemeinsame Glaube, genauer, der gemeinsame Herr, Jesus Christus, das verbindende Element. Und so geht es in der christlichen Gemeinschaft neben der Beziehungspflege ganz wesentlich um Tieferes, um geistliche Gemeinschaft, die wir zusammen erleben dürfen.

Ich denke, eine der großen Herausforderungen der näheren Zukunft wird für die christlichen Gemeinden die Frage sein, wie wir miteinander unseren Glauben gestalten und leben. Und das heißt konkret, wie wir miteinander Gemeinschaft gestalten und leben können und wollen.
Wir leisten uns weithin den Luxus, christliche Gemeinschaft auf den Gottesdienst am Sonntag zu beschränken. Dass wir den Gottesdienst, die christliche Zentralveranstaltung, gemeinsam erleben, ist sehr wichtig und wertvoll. Jeder sollte aber während der Woche Gelegenheiten suchen, mit anderen Christen im persönlichen Austausch, im gemeinsamen Gebet oder Bibellesen Gemeinschaft zu erleben. Dadurch werden wir in unserem Glauben und auch im persönlichen Leben ermutigt und auferbaut. Und das ist oft die Voraussetzung dafür, dass wir positiv in diese Welt das Licht von Jesus hinein leuchten lassen; an dem Platz, an dem wir gerade stehen (oder sitzen). Im Büro oder auf der Schulbank, in der Krabbelgruppe oder in der Familie.

Ich lade dich ein, über den Wert und die Bedeutung von Gemeinschaft nachzudenken und sie neu zu entdecken. Und sie als erfüllendes und bereicherndes Geschenk unseres guten Gottes zu erleben. Gemeinschaft als wertvolles Geschenk zu entdecken geht aber nur, wenn ich mich tatsächlich auf „die anderen“ einlasse.
Ebenso können wir den besonderen Segen erleben, den der Herr, Jesus Christus, auf das gemeinsame Gebet legt, wenn wir uns auf Seine Verheißung verlassen. Denn Jesus Christus verspricht: „Wahrlich ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.“


Gott segne dich

Günther Buchetmann
Pastor