Quelle: http://www.weihnachtsmarkt360.de/de-tn/weihnachtsmarkt-wuerzburg.htm
Das lat. Wort adventus, „Ankunft“, meint im christlichen Sprachgebrauch sowohl das erste Kommen von Jesus Christus auf diese Welt, Sein Kommen „im Fleisch“ (1.Tim. 3,16). Es meint aber auch Seine Wiederkunft am Ende der Zeit (1.Tim. 6,14). So ist die Adventszeit beides: Vorbereitungszeit auf Weihnachten, auf das Geburtsfest von Jesus Christus. Sie steht aber auch unter dem Aspekt der zweiten, endgültigen Ankunft. Advent hat also mit Warten, sogar mehr, mit freudiger Erwartung zu tun und soll eine Zeit der Besinnung sein. Besinnung auf das Wesentliche. Besinnung auf das Leben. Besinnung auf das, was gut und auf das, was verkehrt läuft. Also auch Buße und Umkehr sollen Teil dieser besinnlichen Zeit sein.
Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Adventsbräuche entwickelt, z.B. Adventskranz, und Adventskalender. Ausserdem gehört zur Stimmung in der vorweihnachtlichen Zeit in unserer Kultur Kerzenschein, Plätzchenduft und Kling-Glöckchen-Kling-Melodien. Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit verbinden wir bestimmte Tätigkeiten (Plätzchenbacken, bestimmte Musik hören) und Gefühle (friedlich, heimisch, Geborgenheit) mit Besinnung und Erwartung usw.
In die Adventszeit gehören aber auch bestimmte Bibeltexte. Neben den endzeitlichen Themen begegnen Johannes der Täufer, Maria und der Einzug von Jesus in Jerusalem. „Dein König kommt zu dir, sanftmütig“ ist Teil eines Zitates aus Sacharja 9,9, das im Zusammenhang des Einzugs von Jesus in Jerusalem steht, im Matthäus-Evangelium, Kapitel 21.
Der König, von dem hier im AT, im Propheten Sacharja die Rede ist, dieser König wird im Neuen Testament mit Jesus, mit dem König Jesus, identifiziert. Das NT sagt aber zugleich, dass der König der Bräutigam ist, der königliche Bräutigam. Und die Braut, das ist die Gemeinde von Jesus Christus. Zu ihr gehören alle, die an Jesus glauben, d.h. die in einer persönlichen Lebens- und Liebesbeziehung zu Ihm stehen. Ist der König sanftmütig, so muss es auch die Braut sein. Auf diesen Schmuck kann die Braut nicht einfach verzichten. Sie will ja dem königlichen Bräutigam gefallen, darum lernt sie und zieht Sanftmut an. Er zieht ihr diesen Schmuck an. Die Braut, das ist wie gesagt die gesamte Jesus-Gemeinde, die aus den einzelnen Christen besteht. Alle sind bemüht. Die Braut will ja nur eins: Ihrem Bräutigam gefallen. Und so will sie in Sanftmut und in Demut ihr Leben führen und Ihm dienen. Die Braut identifiziert sich ja mit Ihm. Und Er war immer sanftmütig und demütig.
Woher bekommt die Braut die Kraft, so zu leben? Da kann man jetzt sicher mehrere Dinge aufzählen. Aber ein ganz wesentlicher Ort, an dem die Braut Kraft schöpft und den Willen Gottes mehr und tiefer erkennt, ist die Stille. Stillesein – nicht nur eine Übung, eine kraftspendende Übung in der „staden“ Zeit. Im ruhigen, klaren Wasser kann sich die Sonne am besten spiegeln. In stillen Herzen kann sich der Herr am klarsten offenbaren. Stille und erwartungsvolle Liebe erfüllen das Herz der Braut. So gefällt sie dem Bräutigam. Die Stille ist nicht Leere, aber sie ist Ort der Kraft und der Konzentration auf IHN. Die Stille des Herzens öffnet dem Geliebten die Herzenstür weit, dem Feind aber verschließt sie jeden Zugang. Wir öffnen uns der himmlischen Welt, wenn Herz und Verstand in Jesus Christus vor Anker gehen.
Weil Er der König ist, darum vertraut Sie Ihm. Auch das gehört zum Brautschmuck. Sie kennt nicht nur Seine Liebe, sie kennt auch die Macht von Jesus Christus. Sie ist gewiss: Alles wird für mich im Himmel geordnet. Dieses kindliche Vertrauen befreit von Hektik und Unruhe, führt zur Gelassenheit, zum Frieden in IHM. Auch wenn ihre Liebe und ihr Vertrauen auf die Probe gestellt wird, verloren geht das Vertrauen der Braut nicht. „Der Herr wird alles gut, Er wird alles wohl machen“ das ist die tiefe Zuversicht der Braut. Und Er tut es. Zu Seiner Ehre und zur Verherrlichung Seines Namens und zum Wohl Seiner Braut.“
Nimm doch gerne diesen kurzen Satz mit in die stille Zeit von Advent und Weihnachten. Und bewege ihn in deinem Herzen bei Kerzenschein und Plätzchenduft – oder was sonst so zu deiner Kultur dieser besonderen Zeit gehört: DEIN König kommt zu dir, sanftmütig.
Der Herr, Jesus Christus, erfülle dich mit neuer Kraft und Liebe
Günther Buchetmann
Pastor



