Sie sind hier:

Onlinepredigt

Jahreslosung 1930 - 2010

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Gästebuch

Kontakt

Ihr Weg zu uns

Sitemap

Impressum



Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Freunde der Gemeinde.

Ostern steht vor der Tür! Zu Ostern gehört zentral das Kreuz. Das Kreuz, an dem Jesus Christus vor beinahe 2000 Jahren gestorben ist. Und zu Ostern gehört die Auferstehung.
Seit Ostern ist der Horizont aufgerissen. Sterben und Tod haben nicht mehr das letzte Wort. Die Christen fragen triumphierend: Tod, wo ist dein Sieg?

Zu Ostern gehört ganz zentral der Begriff Gnade. Gnade Gottes. Unverdiente Gnade. Amazing Grace. Allein aus Gnaden. Gnade spielt, ausserhalb von Gemeinderäumen und Kirchen, keine besondere Rolle mehr. Das Wort begegnet höchstens noch im Zusammenhang mit Gnadengesuchen, die Verurteilte beim Bundespräsidenten einreichen.
Ist Gnade ein Ladenhüter?

Was bedeutet Gnade für DICH? Was bedeutet es, aus der Gnade zu leben? Ist Gnade einer unserer Werte die wir leben? Was rührt das Wort Gnade, was rührt der Klang von Gnade bei uns an?

Wollen wir die Tiefe und Weite dieses Begriffes erfassen, müssen wir uns vergewissern, was die Bibel dazu sagt. Die Reformation, der sich auch unsere Gemeinderichtung verdankt, hat ihren wesentlichen Impuls aus der Wiederentdeckung der Theologie des Paulus erhalten. Seiner Rechtfertigungs- seiner Gnadenlehre. Der Protest von Luther und
seinen Mitstreitern richtete sich gegen das Vertrauen auf fromme Werke, die mindestens zusätzlich als Voraussetzung für die Anerkennung bei Gott, für das Heil, verstanden wurden. Dem widersetzt sich das reformatorische "sola gratia" - allein aus Gnaden mit aller Entschiedenheit. Martin Luther ist im persönlichen Ringen um die Frage "Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?" plötzlich die unverdiente Gnade vor Augen gestanden. Die Briefe des Paulus, insbesondere der Römer- und der Galaterbrief, waren fortan Zentraltexte seiner Theologie. In diesen Briefen bringt Paulus das Vertrauen auf "Gesetzeswerke" in schärfste Frontstellung zum völligen Vertrauen auf das, was Gott in Kreuz und Auferstehung von Jesus Christus für unser Wohl, für unser Heil, für unsere Rettung getan hat. Da hier nicht der Ort ist, die Lehre der Rechtfertigung umfangreich darzustellen, soll uns ein persönliches Bekenntnis des Paulus Einblick in sein Verständnis geben: "Ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich dahin gegeben hat. Ich werfe die Gnade Gottes nicht weg; denn wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, so ist Christus umsonst gestorben."

Ich lade dich ein, dieses Bekenntnis des Paulus zu deinem zu machen. Wirf die Gnade nicht weg, die Gott uns in Jesus Christus geschenkt hat. Ergreife die Gnade!
Verlasse dich von ganzem Herzen darauf, dass Gott dich von aller Schuld frei spricht. Ringe darum, dass die Gnade Gottes dein Leben durchdringt. Lebe aus dem, was dir
geschenkt ist. Aus der Gnade zu leben bedeutet großzügig mit Vergebung zu sein, bedeutet Fehler und Schuld unserer Mitmenschen nicht aufzurechnen. Bedeutet zu lieben, wenn der Impuls zur Ablehnung und zum Hass aufsteigt.

Gott sagt von sich, dass er gnädig und barmherzig ist und fordert uns auf, das ebenso zu leben. Der HlgGeist gibt Liebe und Kraft, die erfahrene Gnade weiter zu
geben. Lass dich von Gottes Wesen prägen, lass dich von Seiner Liebe und Gnade prägen, dann wird Sein Segen ununterbrochen und unbemerkt durch dich hindurch fließen.

Frohe Ostern, d.h. die Gnade von Jesus Christus möge dich neu begeistern und
dein Herz erfüllen.


Günther Buchetmann
Pastor