Alle Jahre wieder …
Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Freunde der Gemeinde.
Alle Jahre wieder …, so singen wir es in einem Kinderlied. Es ist ein Weihnachtslied.
Viele mögen Weihnachten, weil in unserer Kultur damit der Wunsch nach Gemütlichkeit und Geborgenheit stark bedient wird. Es ist beinahe unglaublich, was mittlerweile an „phantasievollem Zubehör“ zu haben ist. Weihnachten ist fester Bestandteil unserer Kultur geworden.
Aber auf der anderen Seite gibt es auch jede Menge Leute, die versuchen, dem Weihnachtsrummel so gut und so lange wie möglich zu entfliehen. Die langen Warteschlangen an den Flughäfen, die sich an oder kurz vor den Weihnachtstagen dort vorwärts schieben, sind Ausdruck dieser Weihnachts-Verdrossenheit.
Warum mögen die einen Weihnachten total gerne, während es für andere ein Synonym für Brechmittel ist? Was hat es mit Weihnachten auf sich? Brauchen wir Weihnachten?
Ob wir die Art brauchen, die sich in unseren Breitengraden entwickelt hat, Weihnachten zu feiern, das sei dahin gestellt. Aber doch, um es vorweg zu nehmen: Wir brauchen Weihnachten!
Es gibt in unserem Leben viele gute Wiederholungen, die uns helfen, uns an bestimmte Ereignisse zu erinnern. Deswegen feiern wir Geburtstag oder auch den Hochzeitstag.
Und Weihnachten ist erst einmal so ein Erinnerungspunkt. Aber kein persönlicher, sondern einer der weltumgreifende, der universale Bedeutung hat. Das hätten die Hirten sich nicht träumen lassen, die vor ca. 2000 Jahren in der Nähe von Betlehem nachts bei ihren Herden waren. Das hätten sie sich nicht träumen lassen, dass zu ihnen ein Engel kommt und dass der Satz, den er ihnen sagt, Bedeutung für die ganze Welt, für die gesamt Menschheit, haben wird.
„Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr“ (Lukasevangelium, Kapitel 2, Vers 11).
Es kommt nicht alle Jahre wieder „das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind,“ wie es im erwähnten Kinder-Weihnachtslied heißt. Das wäre viel zu wenig. Das Christuskind, der Christus, d.h. der Retter ist in die Welt gekommen – und er ist geblieben. Aber der Reihe nach: An Weihnachten feiern wir eines der größten Ereignisse der Menschheit. Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt. Als Mensch. Klein. Wehrlos. Unbedeutend.
Er ist gekommen, Gott ist als Mensch gekommen, um die Welt zu retten. Wovor? Vor der ewigen Verlorenheit müssen wir Menschen gerettet werden. Von der Trennung von Gott müssen wir erlöst werden.
Der Retter kommt. Als Menschenkind. In Windeln gewickelt. Total unauffällig, unspektakulär.
Der Engel stellt klar, was es mit diesem scheinbar nebensächlichen Ereignis in Betlehem auf sich hat: „Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr“.
Das ist die Botschaft. Die rettende Botschaft. Und diese Botschaft hat sich mittlerweile über die ganze Erde ausgebreitet. Ist verlacht, verspottet, verfolgt worden. Aber: Sie ist nicht auszumerzen. Nicht tot zu kriegen. Nicht tot zu schweigen.
Die Botschaft vom Christus hat Kraft. Verändert Menschen. Krempelt Menschen um, die sich darauf einlassen.
Später stirbt Jesus. Als erster und einziger Mensch wird er von Gott aus den Toten auferweckt. Gott hat damit bestätigt, dass es wahr ist. Er ist es, mein Sohn, euer Retter. Jesus Christus ist zu euch gekommen um euch mit mir zu versöhnen, um euch ewiges Leben zu schenken.
Nach dem Tod von Jesus, für die Schuld der Menschheit, ist er zu Seinem himmlischen Vater zurück gekehrt. Und sitzt zur Rechten Gottes.
Und Gott hat Seinen Stellvertreter, den HlgGeist geschickt. Und darum kann man sagen, der Retter ist gekommen und er ist geblieben. Er kommt nicht nur einmal im Jahr zu einem Blitzbesuch, wie der Verteidigungsminister zu den demotivierten Soldaten nach Afghanistan einfliegt. Er ist da und verkündet durch jeden, der Christus als Retter angenommen hat: „Hänge auch DU dich an den Retter hin. Ihm ist keiner zu gut oder zu schlecht. Öffne dein Leben für Jesus Christus.“
Weihnachten ist „alle Jahre wieder“ Erinnerung an das, was Großes in Betlehem, im hintersten Winkel der Welt geschehen ist, als das Christuskind geboren wurde.
Aber Weihnachten ist weit mehr als Erinnerung, es ist alle Jahre wieder Aufforderung, persönlich, mit dem ganzen Leben diesem Retter zu vertrauen, sich Ihm ganz hinzugeben, ihm nachzufolgen und ihm zu dienen.
Wenn das Christuskind in meinem Herzen geboren ist, dann ist Weihnachten. Und das nicht nur „alle Jahre wieder“, sondern alle Tage wieder.
Frohe Weihnachten
Günther Buchetmann
Pastor



