Auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Röm 8,21
Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Freunde der Gemeinde.
Von der Schöpfung zu reden ist heute nicht mehr selbstverständlich. Eher spricht man von der Natur. Das ist kein Widerspruch, aber damit wird schon sprachlich deutlich gemacht, dass Schöpfung ja einen Schöpfer voraussetzt und das wiederum nicht zu den gängigen Vorstellungen unserer Zeit passt. Die Bibel zeigt an verschiedensten Stellen, dass Gott der Urheber des Universums ist. So beginnt dann auch der biblische Schöpfungsbericht und der erste Satz der Bibel, den man auch als Überschrift über die ganze Heilige Schrift stellen kann: „Am Anfang schuf Gott“. So fängt die ganze Geschichte an, die Weltgeschichte und die biblische Geschichte. Davor gab es nur Gott, ganz alleine. Eigentlich „Gott als drei“, und dennoch alleine Gott. Aber Gott wollte nicht alleine bleiben. Und so schuf Gott. Durch Sein Wort. „Er sprach und es geschah.“ Unvorstellbar, aber Gott ist das möglich. Er ist eben „der ganz andere“ wie Karl Barth sagt. Und so schuf Er das, was nicht Gott ist.
Wenn wir uns die Mühe machen, die Schöpfung bewusst wahrzunehmen und auf uns wirken zu lassen, z.B. bei einem Spaziergang, dann kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Forschung geht davon aus, dass es noch Abermillionen von Lebewesen gibt, die überhaupt noch nicht bekannt sind. Unser Vater im Himmel ist von einer so gewaltigen Kreativität, dass es nicht zu fassen ist. Wenn man das versteht, weiß man auch, woher die Menschen ihre Kreativität haben und ihre oft bewundernswerte Genialität. „Ganz der Papa“ könnte man salopp sagen. Aber eben doch nicht ganz.
Die ersten 2 Kapitel der Bibel erzählen davon, dass Gott ein schöpferischer Gott ist und sie zählen auf, was Gott alles erschaffen hat. Das ist keine naturwissenschaftliche Abhandlung, aber doch ein Bericht. Diese Kapitel erzählen vom Beginn des Lebens und von der Erschaffung von Himmel und Erde.
Die Bibel sagt von Anfang bis Ende, dass Gott alles erschaffen hat. Das Weltall, die Natur, die Erde, die Sonne und den Mond, Lebewesen aller Art und die Menschen. Gott wollte eine Schöpfung und deswegen hat er sie erschaffen. Er hat alles erschaffen, außer sich selbst.
Und Gott hat alles sehr gut gemacht. In 1. Mose 1 wird das Leben im sogenannten Schalom beschrieben, so das hebräische Wort, das mehr ausdrückt als die gebräuchliche Übersetzung Friede. Das ist ein Zustand, in dem alles in Ordnung ist, alle Beziehungen intakt und alle Nöte gestillt sind. Die Sehnsucht nach diesem Zustand lebt in jedem Menschen -die Sehnsucht nach dem Paradies-.
Der Sündenfall hat diesen Schalom schwer erschüttert, wenn auch nicht gänzlich zerstört. Seitdem sind Streit und Chaos, Feindschaft und Zerstörung an der Tagesordnung. Seit diesem Vorfall ist zwar alles beeinträchtigt, aber nicht alles zerstört. Auch nicht unsere Gottesebenbildlichkeit. Auch nicht unsere Fähigkeit Gott erkennen zu können.
Die Bibel macht Hoffnung, dass diese grundlegende Störung einmal aufgehoben wird. Dass es wieder eine Zeit des umfassenden Schaloms geben wird, die dann allerdings ewig sein wird. Nicht nur das Verhältnis zwischen Mensch und Gott ist beeinträchtigt, sondern auch die ganze nicht-menschliche Schöpfung „seufzt“ unter den Folgen der Sünde, unter der Last der Vergänglichkeit.
In hoffnungsvollen Farben wird die Befreiung der Schöpfung beschrieben, die durch die Erlösung durch Jesus Christus umfassende Wirklichkeit werden wird: Freiheit statt Knechtschaft. Ein neuer Himmel und eine neue Erde.
Durch den Glauben an Jesus Christus sind wir „zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ mit der gesamten Schöpfung mitberufen. Schon jetzt erleben wir im Glauben die Freiheit von der Macht der Sünde -aber nicht umfassend- und die Anzahlung der göttlichen Erbschaft durch das Geschenk des HlgGeistes. Aber DANN wird Freiheit und Schalom in ungebremster Weise herrliche Realität. Die Freude darauf darf und soll schon jetzt unsere Beziehungen, unser Arbeiten, unsere ganze Lebensgestaltung prägen.
Günther Buchetmann
Pastor



