Liebe Freunde, liebe Gemeinde
Ein Neues Jahr beginnt. Die Menschen wünschen sich gegenseitig, dass es ein gutes Jahr werden soll. Als Christen wünschen wir uns den Segen unseres guten Gottes. Der `gute Rutsch´ ist vermutlich das Ergebnis einer Fehlinterpretation.
Irgendwie bewegt uns der Jahreswechsel und veranlasst viele Menschen zu einer kleinen Zwischenbilanz ihres Lebens. Zugleich lebt die Hoffnung, dass doch im neuen Jahr auch manches anders, besser werden möge. Irgendwie umgibt uns um den Jahreswechsel herum eine gespannte Erwartung, die meistens nach ein paar Tagen wieder verfliegt. Spätestens wenn die guten Vorsätze auch verflogen, besser: gebrochen sind.
Was erwartest du vom neuen Jahr? Im Blick auf die Wirtschaft, das Klima, deine Beziehungen? Für das Studium oder den Arbeitsplatz? Oder den persönlichen Glauben?
Zugegeben, Erwartungen hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Aber, egal, ob wir eher optimistisch oder pessimistisch gepolt sind, oder 15 oder 80 Jahre alt sind, Erwartungen gibt es (fast) immer. Das ist ganz natürlich. Das gehört zum Menschsein dazu.
Wenn du es noch nicht getan hast, möchte ich dich gerne einladen, jetzt über diese Frage etwas nachzudenken. Was erwarte ich, was erhoffe, was erbitte ich für das Jahr 2010?
Oder erwartest du gerade gar nichts mehr? Auch das gibt es. An bestimmten Punkten haben wir das bestimmt schon alle erlebt. Irgendwann hört man auf zu erwarten, dass sich die Beziehung zu XY noch verändern könnte, wenn Spannungen das Normale sind. Oder hört auf zu erwarten, dass man bessere Schulnoten schreibt oder eine bessere Arbeitsstelle bekommt, oder gesund wird oder, oder. Jeder Mensch kennt Zeiten, in denen es „nicht gut“ geht. Damit meinen wir oft unseren seelischen Zustand. Angst, Gleichgültigkeit, grüblerische, traurige, bedrückende Stimmungen können die Folge äusserer Schwierigkeiten, z.B. finanzieller Engpässe, beruflicher oder persönlicher Perspektivlosigkeit, sein. Hier könnte Psalm 30 eine konkrete Hilfe sein. Ursprünglich ist dieser Psalm ein persönliches Danklied. Die Tiefe, die hier beschrieben ist, ist vermutlich eine Krankheitsnot, könnte aber auch ein anderes Ereignis sein, das unvorhergesehen in das Leben hereinbricht. Der Psalm im Ganzen macht den Eindruck, dass das Leben, wohl ein ruhiges Dasein, plötzlich und unerwartet unterbrochen wird. Und erst jetzt erkennt der Psalmist, dass er die Sicherheit seines Lebens auf das falsche Fundament gebaut hat. Jetzt merkt er, dass es der HERR war, der ihn „auf einen hohen Fels gestellt“ (Vers 8) hatte. D.h. Gott hat ihm vieles in seinem Leben gelingen lassen, er hat gute Zeiten gesehen und Anerkennung und Ehre bekommen. Das war das Wohlgefallen, die Gnade des Herrn. Genau so wie es auch jetzt Gottes Güte ist, dass er ihn errettet.
Tatsächlich haben wir nichts in der Hand. Nicht unser Leben und noch nicht einmal den heutigen Tag. Das einzugestehen, fällt nicht leicht. Damals wie heute.
In dem o.g. Vers stellt sich David Gott ganz bewusst vor Augen und entscheidet sich dafür, Gott zu preisen, IHN zu erheben. Seine Größe, Seine Allmacht, Seine Erhabenheit, Seine Unvergleichlichkeit, Seine Herrlichkeit ... -zu preisen. Und er gibt dem HERRN, der das Universum geschaffen hat und in Seiner Hand hält, die Ehre darüber, dass Er ihn aus der Tiefe geholt hat. Wie man einen Eimer aus dem Brunnen hochzieht, so hat Gott ihn aus der Todesnot heraus gerettet. Dafür preist er den HERRN. Aus wieviel Tiefen, einschliesslich der Verlorenheit im Sumpf der Sünde, hat mich der HERR, durch Jesus Christus, schon rausgerettet?!
Ich wünsche dir, dass Dankbarkeit dein treuer Begleiter im Neuen Jahr wird. Wenn Dank unser Denken, Fühlen und Handeln prägt, dann wird es ein gutes Jahr werden. Dann ist es ein Jahr unter dem Segen Gottes.
Günther Buchetmann
Pastor



