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Jahreslosung 1930 - 2010

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Es soll nicht durch Herr oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaot. (Sach.4,6)

1. Das Wort in der geschichtlichen Situation
Dieses Wort von Gott, dem Herrn Zebaot, d.h. dem Herrn über die himmlischen und die weltlichen Heere, ist in eine bestimmte geschichtliche Situation hinein gesagt. Das Volk Israel ist in der 70-jährigen Gefangenschaft in Babylonien, als dieses gewaltige Reich von den Persern gestürzt wird. Das gibt Hoffnung. Und tatsächlich betreibt der neue Herrscher, Kyros, eine ganz andere Politik als seine Vorgänger. Er fördert die höchst unterschiedlichen Kulte und Religionen der abhängigen Völker in seinem Riesenreich. So veranlasst er auch, dass die gefangenen Juden wieder zurück in ihr Land ziehen und dort ihre Kultstätte, den Tempel, aufbauen. Er gibt ihnen sogar das Geld dazu und veranlasst den Gouverneur der Region, die Aktion zu unterstützen. Doch nach dem begeisterten Baubeginn kommt es zu Widerständen und die Israeliten stellen entmutigt den Bau ein und kümmern sich viele Jahre ausschliesslich um ihr persönliches Vorankommen. Doch dann beruft Gott zwei Propheten, Haggai und Sacharja, um durch sie die Israeliten zum Weiterbau des Tempels zu motivieren.

2. Gott ist konkret
Gott schenkt Sacharja ein Reihe von Visionen, durch die ER ihm Botschaften für Sein Volk, besonders für die Leiter Serubbabel und den Priester Jeschua, mitteilt.
In der 5. Vision lässt Gott dem Serubbabel, Nachkomme aus der jüdäischen Königsfamilie und Statthalter der Provinz Judäa, mitteilen, dass durch ihn, durch den der Tempel angefangen wurde, nun auch fertig gestellt werden soll. Da tauchen natürlich Fragen auf: „Aber, wie soll das gehen? Wie werden wir die Gegner davon abhalten uns abzuschlachten? Wer soll das bezahlen? Ist das nicht zu gefährlich? Woher kommt das Baumaterial?“
Auch in unserem persönlichen Leben und im Gemeindeleben kennen wir ähnlich gelagerte Fragen. Und Fragen sind erst einmal gut und wichtig. Gott hat uns ja bekanntlich den Kopf nicht nur gegeben, damit es nicht in den Hals regnet.
Die Ansage von Gott ist eindeutig: Es sind nicht unsere menschlichen Überlegungen und Anstrengungen –nicht Macht und Kraft-, die das Reich Gottes bauen und voranbringen. Es ist Gottes Geist. Nicht militärische und menschliche Kraft, sondern Gott selber, der Hlg. Geist ist es, der leitet, der führt, der es vollbringt.

3. Mit Herz, Kopf und Händen
Interessant ist die weitere Geschichte des Tempel- und Mauerbaus von Jerusalem unter Serubbabel, Esra und Nehamia. Daraus können wir eine Menge für den heutigen „Gemeindebau“ lernen. Der Tempel und später die Stadtmauer wurden unter Mühe, mit viel Kampf, Schweiß und unter grosser Bedrängnis gebaut. Die Menschen haben sich nicht hingesetzt und Däumchen gedreht, sondern sie waren sehr aktiv. Und zwar mit Herz, Kopf und Händen. In dieser Reihenfolge. Zuerst bekamen die Leiter, dann das Volk, eine geistliche Sicht für den Auftrag. Gebet und das Hören auf Gott und der daraus folgende Gehorsam spielten die wesentliche Rolle.
Gerade Nehemia war ein großer geistlicher Mann und gleichzeitig ein kluger Stratege und Leiter. Beides ist nötig. Das nimmt auch die uralte Mönchsregel auf „Ora et labora – bete und arbeite.“

4. Durch Seinen Geist – Was für eine Verheissung!
Nicht durch Herr oder Kraft, sondern durch Gottes Geist soll es geschehen. Das ist nicht nur Korrektur für unsere allzu menschlichen Strategien und Planungen, sondern das ist auch eine grosse Verheissung. Stellen wir uns darauf und geben unsere Überlegungen und Planungen in Seine Hand. Herr, Du sagst, es soll geschehen- durch Deinen Geist.
Gottes Geist ist Gott selbst, nicht eine dubiose Kraft. Er ist Person. Der gegenwärtige Gott. Der Gott unter uns. Er wirkt in der Welt, der christlichen Gemeinde und besonders in den Herzen der Menschen, die an Jesus glauben.
Nein, das Reich Gottes wird nicht durch menschliche Strategien und ausgeklügelte Programme gebaut. Der Geist Gottes wirkt es. Aber er tut es mit Menschen. Mit mir und mit dir. In dir und durch dich.
Darum: Öffnen wir uns dem Hlg. Geist und arbeiten eng mit Ihm zusammen. Damit wir den Willen Gottes erkennen und voller Freude tun können. Damit wir Seinen Weg im persönlichen Leben erfahren und damit wir den Dienst erkennen, in den Er uns hineinführen möchte. Lassen wir uns von Gott, unserem Herrn, das Ohr öffnen, damit wir hören, wie Jünger hören (vgl. Jes. 50,4), damit wir Sein Reden für uns als Gemeinde hören. Was ist dran? Wo braucht es Veränderung, wo Beständigkeit? Herr, was willst Du, das wir tun sollen?
Beten wir gemeinsam: „Komm, Heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft.“

Gott mit Euch

Günther Buchetmann

Pasto