„Mehr als zehn Zentimeter ist der Stahlnagel lang, der sich durch Gwendelyn Pedrosas rechte Hand bohrt. Die 18-jährige ließ sich am Karfreitag in einem Dorf nördlich von Manila ans Kreuz nageln. Wie sie haben sich 29 Freiwillige zu dem blutigen Karfreitagsritual angemeldet. Vor Tausenden Schaulustigen hängen sie wie Jesus am Kreuz, mindestens fünf Minuten lang, in der Sonne, bei Temperaturen von mehr als 30 Grad.“ (aus: Spiegel-Online)
Was bewegt Menschen, sich solchen Tortouren hin zu geben? Wenn man es nicht nur als Verrücktheit abtun möchte, dann ist das -wie andere Osterbräuche auch- der Versuch, dem Ostergeheimnis näher zu kommen. Man versucht, sinnlich zu erfassen, was man nicht verstehen kann. Ob das nun Prozessionen, Osterfrühstücke oder andere Formen sind. Alle dienen sie wohl diesem Zweck. Seit vielen Jahren werden in nicht wenigen Gemeinderäumen sog. Ostergärten aufgebaut, die ebenfalls diesen Zweck haben: Sinnlich zu erfahren. Mit Bildern, Lichteffekten und Gerüchen soll Tod und Auferstehung von Jesus be-greif-bar gemacht werden. Ein gutes Anliegen, wie ich meine. Viele, die solch einen Ostergarten besucht haben, berichten von einem besseren Zugang zum Ostergeschehen.
Es ist gut, wenn uns das Kreuzesgeschehen und die Auferstehung neu ins Bewusstsein dringt, wenn sie uns zum ersten oder wiederholten Mal „treffen“. Und doch können diese sinnlichen Zugänge nur eine gewisse Hilfe, eine Krücke sein, um an den Kern der Osterbotschaft zu kommen. Der Kern ist, dass Jesus Christus um unserer Verfehlungen willen stellvertretend den Tod auf sich nahm und die Gültigkeit dieser Tat durch die Auferweckung aus den Toten von Gott bestätigt wurde.
Nicht nur heute, sondern eigentlich zu allen Zeiten wird und wurde gefragt: War das nötig, oder hätte Gott, der doch Liebe ist, das nicht auch anders „regeln“ können? Die Tatsache, dass Gott sich für diesen Weg entschieden hat, ist der „Beweis“, dass Befreiung von der Macht der Sünde NUR SO geschehen konnte. Also lag gewissermaßen ein Zwang auf Gott, könnte man weiter fragen? Weil Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde, in einem ganz umfassenden Sinn frei ist, kann man sicher nicht von einem Zwang sprechen. Und doch fragt Jesus selbst die sog. Emmausjünger in Lk 24,26: „Musste Christus nicht dies erleiden?“ Dieses Müssen Gottes ist allerdings ein freies Müssen, ein Müssen aus Liebe. Darum ging er diesen Weg. Dir und mir zu liebe! Damit das Hindernis der Schuld, das uns vom Vater im Himmel trennt, beseitigt werden kann. Jesus Christus hat freiwillig in diesen Weg eingewilligt. Aus Liebe zu uns. Und darum ist für jeden Menschen, der Jesus Christus persönlich im Glauben annimmt, der Weg zum Vater frei. Du darfst heim, in die liebenden Arme des Vaters kommen! „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Joh. 17,3
Zum Ostergeschehen gehört auch noch die Auferstehung von Jesus Christus, genauer, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat. Das geht ja für unseren menschlichen Verstand schon gar nicht. Allerdings ist Jesus nach seiner Auferstehung so vielen Menschen erschienen, dass man das nicht einfach unter den Teppich kehren kann. Viele Erklärungsversuche sind unternommen worden, um die Auferstehung als Irrtum zu erklären. Das geht vom Scheintod von Jesus, bis dahin, dass da jemand anderer am Kreuz hing bzw. im Grab lag. Und doch: Das Zeugnis des NT sagt was anderes. Und das ist der Hauptgrund, warum es nicht nur vernünftig, sondern not-wendig ist, an die Auferstehung zu glauben. Welche Not soll denn gewendet werden? Paulus gibt im 1.Kor-Brief die Antwort: „Und wenn Christus nicht auferstanden ist, ist euer Glaube eine Illusion; die Schuld die ihr durch eure Sünden auf euch geladen habt, liegt dann immer noch auf euch.“ 1.Kor. 15,17
Dass Jesus Christus auferstanden ist, ist der Garant für unsere eigene Auferstehung am Tag, wenn Er wieder kommt! Darum ist Ostern das zentrale Fest der Christen: Wir freuen uns von Herzen, dass durch Tod und Auferstehung von Jesus Christus der Grundstein der Neuschöpfung von unserem guten Gott gelegt ist. Halleluja!! Amen.
Ich wünsche dir diese tiefe Osterfreude
Günther Buchetmann
Pastor
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