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Jahreslosung 1930 - 2010

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Liebe Schwestern und Brüder!
Liebe Freunde der Gemeinde!

Die letzten Wochen war ich oft unterwegs. Meist mit Zügen der Deutschen Bundesbahn. Wer schon öfter Gast der DB war, weiß, dass es da manches zu erleben gibt. Viele Menschen denken, wenn sie an DB denken, an Verspätungen, Unannehmlichkeiten, laute Mitfahrer etc. Aber das ist zu einseitig. Es gibt nämlich auch die andere Seite: Komfort, Klimaanlage, Stromanschluss fürs Laptop und schnelle Verbindungen.
Das Bahnfahren inspiriert mich zum Vergleichen. z.B. fällt mir ein, dass unser Leben ja auch eine Reise ist. Nicht umsonst sprechen wir sogar von der Lebensreise. Auch das Leben hat gute und weniger gute Anteile. Und häufig kommt es auch hier darauf an, wie man die Dinge betrachtet. Man kann (fast) an allem und jedem rumnörgeln. Man kann aber auch am Schwierigen und Negativen das Gute und Hilfreiche entdecken. Das ist oft auch eine Frage der Übung und der Entscheidung. In allen Lebensituationen und auf allen Lebensstationen kann man was lernen. Neues entdecken. Und mal ehrlich: Oft sind es doch die schwierigen Umstände, an denen wir reifen. Gott benutzt häufig die widrigen Umstände, um uns zu bestimmten Einsichten zu führen, um unseren Charakter zu formen und uns in das Bild Christi umzugestalten (Röm. 8,29).
So haben mir die DB-Erlebnisse der letzten Wochen geholfen, speziell die Verspätungen, gelassener zu werden. Selbst dann ruhig zu bleiben, auch innerlich, wenn aus 4 ½ Stunden Fahrtzeit gelegentlich mal 6 oder gar 8 werden. Schon der Prediger Salomo wusste: „Ein jegliches hat seine Zeit“ (Pred. 1,1). Also: Warten hat seine Zeit und fahren hat seine Zeit. Auch wenn dir der Zug zum zigsten Mal vor der Nase davon gefahren ist, kannst du wissen: Der nächste Zug kommt bestimmt.


Ein Sprichwort sagt: „Die Europäer haben die Uhr erfunden, die Afrikaner die Zeit.“ Also ruhig bleiben und etwas afrikanischer werden. Bücher, beten und McDonald helfen, die „verlorene“ Zeit sinnvoll zu nutzen.
Apropos Zeit. Zeit kann man ja nicht „verlieren“. Aber wir meinen mit diesem Ausdruck, dass wir die Zeit nicht sinnvoll eingesetzt haben. Gleichzeitig darf man fragen: Wann ist Lebenszeit gut investiert? Wenn ich möglichst effektiv arbeite, ein straffes Programm absolviere, meine Termine im Griff habe? Oder dann, wenn ich mir „Zeit nehme“ mit meinem Vater im Himmel im Gespräch zu sein, meinen Gedanken nachzuhängen oder mit lieben Menschen beim Kaffee zu sitzen? Ist es nicht eher so, dass die „Verspätungen“ auf der Lebensreise (Zeiten in denen wir offensichtlich nicht sehr effektiv sind) die wertvollsten und kreativsten Augenblicke sind?
Wie nutzt Du Deine Lebenszeit? Was sind die Prioritäten auf Deiner Lebensreise?
Sind das auch Gottes Ziele für Dein Leben?
Ich lade dich ein: Nimm Dir doch jetzt einige Augenblicke Deiner Lebenszeit, um über diese Fragen nachzudenken.

Gott segne Dich!

Günther Buchetmann

Gemeindereferent