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Wer bin ich?

Diese Frage, Wer bin ich?, ist eine der Grundfragen der Menschheit, die nicht nur vom Psalmbeter (Ps. 8,5) formuliert wird. Diese Frage ist noch nicht beantwortet, wenn man Name, Alter, Familienstand, Geschlecht, Beruf und Kirchenzugehörigkeit aufzählt.
Wer bin ich? Darüber ist viel nachgedacht und geschrieben worden. Und doch: „Keine Zeit [als die gegenwärtige, GBu] hat aber weniger gewusst, was der Mensch eigentlich ist“ (Max Scheler). Auch in der Bibel findet die rätselhafte Spannung des menschlichen Daseins ihren Niederschlag. Ungeschönt wird dort überliefert, zu welchen abscheulichen Taten Menschen fähig sind (Mord, Totschlag, Ehebruch, Vergewaltigung, Mütter essen ihre Kinder, Lüge, Hass usw). Gleichzeitig wird auch berichtet, wie aufopfernd sich Menschen für andere einsetzen und wie tief und radikal sie sich ihrem Gott hingeben können. Der bekannte Theologe Dietrich Bonhoeffer hat in der Haft im KZ Flossenbürg am Ende eines Gedichtes geschrieben:
„Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer, das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“

Gerade die letzte Zeile schließt all unser Fragen, unsere inneren Spannungen und äußeren Unsicherheiten wunderbar zusammen. Wer das vertrauensvoll sagen kann, der hat das Wesentliche wohl begriffen: „Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“.
Diese Einsicht setzt voraus, dass man Gott persönlich kennt und Ihm vertraut, dass Er mein Leben in der Hand hat, mich versorgen und leiten wird. Dass Er mich liebt!
Gott, den Vater, persönlich er-kennen wir, wenn wir uns im Glauben mit Jesus verbinden. Und Glaube meint einen ganzheitlichen Glauben. Einen Glauben, der nicht nur auf den Intellekt, aber auch nicht nur auf Emotionen gebaut ist. Jesus sagt, wer Seine Worte hört und tut, der baut klug, der baut nicht auf Sand.
Glaube mit Fundament, Glaube, auf den ich mich in meinem Herzen berufen kann, formuliert sich etwa so: „Ich verstehe nicht alles -und das brauche ich auch nicht- aber mein Vertrauen in Jesus ist richtig, weil es nicht auf meinem Wunschdenken aufbaut, sondern auf dem, was Jesus getan hat: Er ist am Kreuz für die Sünden der Menschen gestorben -auch für meine- und Er ist auferstanden! Das sind die Realitäten, in denen mein Glaube gegründet ist.
Jesus ist das Fundament meines Lebens. Durch den Heiligen Geist bin ich mit Jesus Christus verbunden. Mit Seinem Leben verbunden, das Er jetzt als der Auferstandene an der Seite Seines Vaters lebt.
So kann ich durch Jesus zu Gott kommen. Er ist durch den Glauben mein himmlischer Vater geworden. Und das ist unglaublich toll und einmalig und einzigartig und mit nichts anderem auf der Welt zu vergleichen! Und dadurch habe ich eine neue Identität bekommen: Ich bin ein Sohn, ich bin eine Tochter Gottes geworden! Und diese Identität soll und kann mein Leben bestimmen, verändern und prägen. Christen bekommen tatsächlich neues Leben, ein neues Sein, eine neue Identität. Sie sind durch den Glauben IN CHRISTUS!
Wie diese neue Identität stärker unser Leben, unser Reden, unser Handeln, unsere Gefühle, unser Tun bestimmen kann, darum soll es bei der Gemeindefreizeit vom 09.-11.07.2010 in Altenstein gehen. Anmeldungen gibt es demnächst. Das Thema heißt: „Wer bin ich? - meine Identität IN CHRISTUS!“
Je mehr wir lernen, aus der neuen Identität zu leben, desto mehr wird die Gnade von Gott in unserem Leben sichtbar werden. Darin dürfen wir wachsen und reifen!

Der Herr, Jesus Christus, segne dich mit viel Gnade!


Günther Buchetmann

Pastor