Seit der Antike versteht sich der Mensch stolz als vernunftbegabtes Wesen. Der entscheidende Unterschied zum Tier liegt demnach im menschlichen Denkvermögen. Und es ist ja in der Tat erstaunlich, was ein Menschengehirn so alles denken und wissen kann. Einfach genial! Darüber kann man nur staunen, dafür kann man nur dankbar sein.
Auf unseren Verstand sind wir als Menschen auch elementar angewiesen, weil wir sehr instinktarm sind und im Kampf ums Überleben uns weder durch besondere Schnelligkeit (selbst die Jogger), Körperkraft (selbst die Fitnesscenter-Besucher) oder unsere Instinkte (selbst die sehr Intuitiven) ausreichend verlassen können. Der Mensch kann es nicht nur, er ist darauf angewiesen, sich neben der natürlichen eine zweite, eine kulturelle Welt zu schaffen. Nun zeigt sich der Vorzug des Menschen, vernunftbegabt zu sein, nicht nur als Vorzug. Man kann sagen, die menschliche Vernunft gleicht in gewissem Sinn auch einem Bumerang.
Denn einerseits ist der Mensch grundsätzlich auf die Begabung mit Vernunft angewiesen, um sein Leben zu bewältigen. Andererseits verfehlt die Vernunft aber ihr (anthropologisches) Ziel, weil sie den Menschen mit einer besonderen, unabdingbaren Problemstellung belastet, die er aus der Kraft der Vernunft nicht beantworten kann. Es geht um die Frage nach dem Sinn des Lebens. Der Philosoph Immanuel Kant hat das menschliche Dilemma mit drei Fragen umschrieben: Woher komme ich? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?
Das Problem ist also, dass wir als vernunftbegabte Menschen zwangsläufig an diese Fragen kommen und einen in sich schlüssigen Sinn in der Welt suchen, aber nicht finden können. Das Problem hat sich gegenüber früheren Zeiten sogar noch verschärft. In den heutigen westlichen Gesellschaften ist der Mensch ein vereinzeltes Wesen mit einer Fülle von Optionen die ihm auch bei der Beantwortung der Sinnfrage zur Verfügung stehen. Schon der moderne, aber erst recht der postmoderne Mensch kann und will sich nicht mehr auf feste Traditionen, verbindliche sittliche Werte und herkömmliche Sozialordnungen verlassen.
In meinem persönlichen Leben habe ich an verschiedenen Plätzen gesucht. Ich habe diese Sinnsuche, wie bestimmt manch anderer auch, oft als sehr schmerzlich empfunden. Und doch konnte ich an einem bestimmten Punkt meines Lebens in einem Brief an meinen Bruder schreiben: „Ich habe ihn (den Lebenssinn) gefunden.“ (Heute würde ich noch dazu schreiben: „Preis den Herrn!).
Man kann ihn tatsächlich finden – den Sinn des Lebens. Und er besteht überraschenderweise nicht im Maximum an Glück, Macht oder Reichtum. Auch Du kannst ihn finden, den Sinn des Lebens. Wo? Um es kurz zu machen: In Jesus Christus. Die Antwort kann auch heißen: In dem Gott, der sich durch die Schöpfung, Sein Wort, seine Weisheit, Seinen Sohn als „Herr des Alls“ und alles Lebens offenbart/zeigt. In Jesus Christus beginnt eine neue Geschichte der Menschheit. Die Geschichte des erlösten Menschen. In Jesus liegen tatsächlich alle Schätze verborgen. Die „Schätze der Weisheit und der Erkenntnis“ (Kol. 2,3). Und „erkennen“ meint im biblischen Sinn immer mehr als verstandesmäßiges Erkennen; ohne dass dieses ausgeschlossen ist. Wir dürfen auf unserer Suche Jesus erkennen, Ihm begegnen, Seine Echtheit, Seine Liebe, Seine Vollkommenheit erfahren. Durch die Person von Jesus offenbart Gott nicht nur, wie Er ist, Sein Wesen. Sondern durch Jesus Christus offenbart Gott auch die endgültige, d.h. die am Ende gültige Bestimmung des Menschen. Die Bestimmung wahrer Menschlichkeit.
Die Erlösung des Menschen und seine Sinnbestimmung ist eine Revolution. Eine Revolution der Liebe. Gott kommt in Jesus Christus aus dem Himmel (dem Ort völliger Sinnerfüllung) auf die Erde, stirbt für die Schuld der Menschheit am Kreuz und eröffnet durch die Auferweckung das Zeitalter der Neuschöpfung. Und der Hammer ist: Erlösung und Sinn gibt es auch für Dich. Wenn du Jesus „erkennst“, Ihn im Glauben in Dein Herz aufnimmst bist Du von da an mit Seinem himmlischen Leben verbunden.
Wer an Jesus dran ist, mit Ihm in einer innigen Beziehung lebt, erkennt die gewaltige Liebe von Gott, erkennt, dass er ein von Gott tief geliebtes Kind ist und erlebt Freude am Leben und Sinn im Leben in der Gemeinschaft mit Seinem Herrn und Seinen Kindern und darin, wie ihn Jesus in dieser Welt gebraucht und einsetzt.
Der Lebenssinn weist aber gleichzeitig sehr deutlich in die Zukunft, auf die außerweltliche Realität und damit auf das Ende dieser Welt. Darauf, wenn Jesus wieder kommen und die göttliche Gerechtigkeit als Weltrichter und Welterlöser aufrichten und alles neu machen wird. Und dann werden wir den Sinn unseres Lebens jede Minute vor Augen haben und Ihn erfahren und erleben. Denn wir werden Jesus Christus sehen wie er ist. Halleluja!!
Lasst uns alles dafür tun, dass suchende Menschen den einzig wahren Sinn finden.
Gott mit Dir
Günther Buchetmann
Gemeindereferent



